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Auf dieser Seite finden Sie Informationen zur Krankheit Asthma, die auch eine chronische, zeitweise obstruktive Atmwegskrankheit ist, aber möglichst von der COPD getrennt werden sollte. Lesen Sie mehr darüber, denn das ist auch für COPD-Patienten interessant. Manchmal stellt man dann aber auch fest, dass man vielleicht doch eher ein Asthma hat …


Letzte Aktualisierung dieser Seite: 21.11.2010

Asthma bronchiale - das "echte" Asthma

Oft wird alles was mit Atemnot einhergeht einfach als Asthma bezeichnet. Das ist aber nicht korrekt. Denn Asthma ist ein ganz eingegrenztes Krankheitsbild. Auch wenn man unter COPD leidet, ist es sinnvoll, ein paar Punkte über Asthma zu wissen, denn es gibt einige Überschneidungen ("asthmatische Komponente einer COPD"), und manchmal wird man ja auch gefragt, und dann ist es ganz gut, wenn man sich ein wenig auskennt ...

Das wichtigste Kennzeichen des Asthmas ist die anfallsartig auftretende Atemnot, also der Asthmaanfall. Der Asthmakranke ist unter Umständen gut belastbar, es gibt sogar Hochleistungssportler, die an Asthma erkrankt sind. Die Belastungsatemnot ist also vor allem ein Zeichen der COPD, aber auch bei einem schlecht behandelten Asthma kann dies ein Problem sein.
Beim Asthma kommt die Atemnot häufig aus "heiterem Himmel", ausgelöst z.B. durch Atemreize wie Staub oder Gerüche oder kalte Luft. Oft komt es aber auch nachts aus dem Tiefschlaf heraus zu plötzlicher, oft ausserordentlich bedrohlicher Atemnot, besonders in Erkältungszeiten oder bei Einwirkung von starken Allergieauslösern. Deswegen unterscheidet man zwischen einem allergischen (z.B. bei Pollenallergie) und einem nicht-allergischen Asthma.
Das was in den Atemwegen passiert, ist aber das Gleiche: eine plötzliche Verkrampfung der Bronchialmuskulatur führt zur mehr oder weniger starken Verengung der Atemwege, es pfeift beim Atmen, der Kranke kann noch mühsam Luft einziehen, bekommt sie aber nicht mehr richtig heraus. Es sammelt sich verbrauchte Luft in der Lunge an, sie wird - ähnlich wie beim Emphysem - zunehmend überbläht - und in eine volle Lunge bringt man keine Frischluft mehr hinein: ein Asthmaanfall!
Die Inhalation eines atemwegserweiternden Sprays oder Dosieraerosols, spätestens aber eine Spritze mit atemwegserweiternden Substanzen (im allgemeinen Theophyllin und Cortison) öffnet die Bronchien wieder und der Spuk ist vorbei.
Um neue Anfälle zu vermeiden, reicht es nicht aus, nur bei Atemnot Medikamente einzunehmen. Wenn man weiss, dass man in bestimmten Momenten mit Atemnot rechnen muss, ist es sinnvoll, bereits vorbeugend eine schützende Substanz zu inhalieren, die die asthmatische Verengung der Bronchien verhindern kann: zuverlässig kann das nur Cortison! In inhalierbarer, also ganz lokal wirksamer Form vermeidet man auch die gefürchteten Nebenwirkungen einer Cortisonbehandlung vor allem bei längerer Behandlungsdauer. Und die ist meist jahrelang bis lebenslang!
In Einzelfällen kann man auch mal Asthmaanfälle vermeiden, indem man den Atemnot auslösenden Stoffen (z.B. bestimmten Pollen) aus dem Weg geht (Allergenkarenz). In der Praxis ist das aber leider meist nicht zu realisieren. Wer möchte den ganzen Frühling und/oder den ganzen Sommer bei verschlossenem Fenster in der Wohnung verbringen?
Rauchen ist keine klassische Asthma-Ursache (im Gegensatz zur COPD), kann aber ein bestehendes Asthma natürlich stark verschlimmern. Die Ursache des Asthmas ist nämlich eine chronische Entzündung der empfindlichen Atemwegsschleimhäute - und die dan auch noch mit Zigarettenqualm zu "behandeln" - das kann einfach nicht gut gehen!

Wenn erstmals Atemnot auftritt, ist es eine wichtige Aufgabe des Arztes, heraus zu finden, ob der Patient an COPD oder Asthma oder eventuell an einer ganz anderen Krankheit leidet. Wie man das macht und worauf man dabei achten muss, damit wollen wir uns im nächsten Kapitel beschäftigen.

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Letzte Aktualisierung 21.11.2010 … | … Autor der Seite © Dr. med. Michael Prittwitz