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Überblick
 

Welche Untersuchungen macht Ihr Arzt, wann und warum? Hier finden Sie ausführliche Erkärungen in zwei Abschnitten:

1. Anamnese

2. Körperliche Untersuchung

und auf einer zweiten Seite:

3. Basisdiagnostik

4. Spezialdiagnostik


Letzte Aktualisierung dieser Seite: 08.11.2008

Wie stellt der Arzt die Diagnose COPD?

Ihr/Ihm steht dafür eine ganze Batterie an "Instrumenten" zur Verfügung:

  1. Anamnese
  2. Körperliche Untersuchung
  3. Basisdiagnostik
  4. Lungenärztliche (Spezial-)Diagnostik
  1. Anamnese

    Die Anamnese, d.h. das ärztliche Gespräch ist von alters her die Grundlage der ärztlichen Behandlung. Sie ist ein gezieltes Gespräch zwischen Arzt und Patient, das die Fakten erhebt und in Zusammenhang bringt, die der Arzt für seine Beurteilung der Krankheitssituation und letztlich für die Erstellung einer Diagnose und Therapie benötigt. Ein solches Gespräch zu führen ist nicht leicht. Weder soll es ein einfaches Abfragen von Daten sein (das könnte ein Computer oder ein Fragebogen wohl besser und vollständiger), noch soll es ein belangloses Geplaudere sein, das zwar eine freundliche Stimmung zwischen Hilfsbedürftigem und Helfer fördert - aber zu wenig Konkretes für die Behandlung der Krankheit bereit stellt. Von jedem etwas, in einer sachlichen aber menschlich einfühlsamen Umgebung, die den Patienten nicht unverhältnismäßig unter Druck setzt - so etwa könnte man das Optimum beschreiben.
    Ängste, Erwartungen und Einschätzungen des Erkrankten und seiner Umwelt sind durchaus wichtige Informationen für den Arzt, ein guter Doktor wird auch diese eher subjektiven Dinge zu schätzen wissen. Das darf aber nicht darüber hinweg täuschen, dass der Arzt zuerst einmal "harte Fakten" braucht: Art, Häufigkeit und Stärke der Beschwerden, den ersten Zeitpunkt ihres Auftretens, regelmäßige Wiederholungen, Tendenzen zu Verschlechterung oder Verbesserung usw.
    Ein guter Arzt zeichnet sich dadurch aus, dass er nach 10-15 Minuten eines solchen Gespräches ein ziemlich genaues Bild vom Patienten und seiner Erkrankung hat und nun ergänzende Untersuchungen durchführen kann, die seinen Verdacht, seine Vermutungen oder Annahmen stützen - oder auch widerlegen. Insofern ist es nicht viel anders als beim beliebten Tatortkommissar, der sich schrittweise an die Lösung eines schwierigen Falles heran arbeitet...
    Fest steht zumindest, dass eine ungezielte Diagnostik, d.h. das "schrotschussartige" Anordnen von technischen Untersuchungen nach dem Motto "Irgendwas wird dabei schon rauskommen" kein gutes ärztlicher Stil ist.
     
  2. Körperliche Untersuchung

    Bevor nun aber die Technik bemüht wird, sollte der Arzt seine Sinne einsetzen und den Patienten mit Augen, Ohren und Tastsinn selbst begutachten. Das Betrachten, Abklopfen, Abhören, Fühlen und Tasten liefert dem erfahrenen Arzt wertvolle Hinweise für seine zuvor entwickelte Theorie (Hypothese): Könnte es so sein wie ich vermute, oder ist es vielleicht doch ganz anders? Gibt es Befunde, die meinen Verdacht (und gar nicht so selten auch den Verdacht des Patienten selbst, den ein guter Arzt durchaus auch zu erfahren versucht!) stützt? Oder gibt es eine zweite oder dritte Möglichkeit, die Beschwerden zu erkären?
    Im Bereich der Atemorgane sind z.B. folgende Beobachtungen und Befunde besonders wichtig:
    • Bewegung des Patienten allgemein
    • Bewegung des Brustkorbes bei der Atmung
    • hörbare Atemgeräusche
    • Hautverfärbungen (blass, rötlich, bläulich=zyanotisch...)Sichtbare Veränderungen des Brustkorbes - aber z.B. auch der Finger, Fingernägel, der Adern (Venen), der Beine usw.
    • Puls, Blutdruck, Hautwärme, Zittern der Hände, auffälliger Geruch, Stimmveränderungen (z.B. Heiserkeit) und viele andere Beobachtungen
    • Begutachtung der Mundhöhle: Zähne, Zunge, Wanden- und Rachenschleimhaut, Schwellungen, Rötungen, Schleim (weiß schaumig? farblos glasig? gelb? grün? braun? ...)
    • Geräusch beim Abklopfen des Brustkorbes (Perkussion: ist unter meinem Klopffinger viel Luft oder festes Gewebe?)
    • Geräusche, die durch die Benutzung des Stethoskopes hörbar werden (reines Strömen der Atemluft, Brummen, Rauschen, Knacken, Knistern, Quietschen, Giemen=feines Pfeifen, Reiben usw.)
    Diese (nicht Vollzähligkeit beanspruchende) Aufzählung soll deutlich machen, auf was man als Arzt so alles achten muss. Es ist nicht so, dass jeder dieser Befunde dem Doc gleich die perfekte Diagnose ermöglicht (das ist sogar eher selten), aber jeder dieser Punkte ist ein Mosaiksteinchen auf dem Weg zu einer soliden Diagnose, die erst eine entsprechende Therapie ermöglicht.
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Letzte Aktualisierung 21.11.2010 … | … Autor der Seite © Dr. med. Michael Prittwitz