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Alltagsprobleme
 

Eine COPD greift tief ins Leben des Betroffenen und seiner Angehörigen ein. Vielleicht finden Sie sich in einigen Absätzen dieses Kapitels wieder …


Letzte Aktualisierung dieser Seite: 19.01.2009

Alltagsprobleme und ihre Bewältigung

Das Hauptproblem - und vordergründig für viele das einzige Problem - im Alltag ist die Belastungsatemnot (Belastungsdyspnoe). Daneben sind Husten und Auswurf oft ständige Begleiter, an die sich viele aber teilweise erstaunlich gut gewöhnt haben.

Gravierend sind vor allem die schlechte Belastbarkeit, der anfänglich nur als Kurzatmigkeit empfundene Lufthunger, der bei Fortschreiten der Krankheit schleichend in ein echtes Problem übergeht: Es geht immer mehr und mehr nicht mehr, oder umgekehrt: Es geht immer weniger und weniger …

Alles was normal ist und selbstverständlich, wird zum Stress. Anfangs nur das schnelle Gehen oder das Bergaufgehen und Treppensteigen. Dann irgendwann bereits das nicht so schnelle Gehen und kleinere Steigungen. Na gut, dann bewegt man sich halt langsamer, "Rom ist ja auch nicht an einem Tag erschaffen worden!" Mit solchen Sprüchen tröstet man sich über die Verschlechterung der Alltagsbewältigung hinweg. Man kommt in einen Teufelskreis: Weil immer weniger "geht", macht man auch immer weniger, das beschleunigt aber das Nachlassen der körperlichen Leistungsfähigkeit, das Körpergewicht nimmt vielleicht zu usw. Alles wird noch anstrengender. Man(n) tröstet sich, setzt sich ins Wirtshaus, trinkt ein (?) Bier, raucht eine (?) Zigarette, spottet über die Verrückten, die radeln und joggen und ins Fitness-Studio gehen - und wird noch unbeweglicher.

Irgendwann ist sogar das An- und Ausziehen problematisch, das Zähneputzen, das Sprechen, der Gang auf die Toilette, das Essen - gar nicht zu sprechen vom Sex. Man ist so weit, dass es nur noch ein Problem im Alltag gibt, und das ist der gesamte Alltag!

Hier wieder "Land zu gewinnen" und Strategien zu entwickeln, seine Alltagsaufgaben zu meistern, erfordert eine ziemliche Willensstärke und ist ausgesprochen mühselig.

Es gilt, die Problematik aktiv anzugehen, Abläufe so zu organisieren, dass weniger Wege, weniger Energie verbraucht wird. Man muss planen, voraus denken, so viel wie möglich selber machen - aber auch mal bereit sein, Hilfe von anderen anzunehmen. Dazu muss man zu seiner Krankheit "stehen", sich nicht verstecken.

Oft sind es Kleinigkeiten, geringe Veränderungen alter Gewohnheiten, die eine bessere Bewältigung der Aufgaben und Pflichten im Alltag ermöglichen. Man sollte aber auch darauf achten, sich nicht "auszupowern", sich Ruhepausen einzubauen, neue Kräfte zu sammeln.

Denken Sie daran, Ihre atemwegserweiternden Medikamente möglichst früh anzuwenden, damit Sie gar nicht erst in einen atemlosen Zustand geraten. Tun Sie so viel wie möglich, wenn es Ihnen einigermaßen gut geht. Schonen Sie sich, wenn Sie bemerken, dass "der Akku leer ist".

Das sind nur ein paar Ideen und Anregungen, die Ihnen helfen könnten. Vielleicht sind Sie Teilnehmer einer Selbsthilfegruppe. Dort kann man diese Dinge sehr ausführlich diskutieren, Erfahrungen austauschen. Selbsthilfegruppen sind vielleicht sogar der beste Weg, hier neue Möglichkeiten zu finden, neue, bessere und hoffnungsvollere Erfahrungen zu machen.

Die SH-Gruppen, mit denen wir zusammen arbeiten, sind gerade bei der Bewältigung von Alltagsproblemen eine riesengroße Hilfe. Sie finden Webadressen und mehr im Abschnitt Interessantes und Wichtiges im Web

Eine gute Hilfe kann der Antrag auf eine Rehabilitation, eine Reha sein. Denn hier wird der gesamte Mensch auf den Prüfstand gestellt, das ganze System trainiert, die medikamentöse Behandlung optimiert, Tipps und Techniken werden vermittelt und geübt. Außerdem befindet man sich unter Menschen, die die selben Probleme haben. Lesen Sie den Abschnitt über die Reha noch einmal, dann werden Sie einige Anregungen finden.

Wichtig ist dann aber nach Rückkehr aus der Reha, die gewonnenen Einsichten und Fähigkeiten im Alltag tatsächlich einzusetzen. Sonst vergisst man das alles schnell wieder …

Lesen Sie auch einmal die Abschnitte über das

durch, hier finden Sie ebenfalls Ideen und Anregungen, die Ihnen behilflich sein können.

Wenn die Alltagsprobleme aber gar zu sehr überhand nehmen, wen sie sich mischen mit Traurigkeit und Mutlosigkeit, mit Lethargie und Hoffnungslosigkeit, dann kann vielleicht auch eine Psychotherapie hilfreich sein …>

Letzte Aktualisierung 21.11.2010 … | … Autor der Seite © Dr. med. Michael Prittwitz