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Stoffe, die die Atemwege erweitern
 

Medikamente, die die Atemwege erweitern und damit direkt zur Linderung der Atemnot beitragen können, sind eine der Säulen der COPD-Behandlung. Da es 3 verschiedene Stoffgruppen gibt, können Sie hier die entsprechenden Unterkapitel anwählen:

  1. Theophyllin
  2. Anticholinergika
  3. Beta-Sympathiko-
    mimetika


Letzte Aktualisierung dieser Seite: 20.12.2008

Medikamente gegen Atemnot - bronchienerweiternde Substanzen (1):

Es gibt nicht viele Medikamente, die bei einer COPD sinnvoll einzusetzen sind. Wenn man die nur unterstützend bei entsprechendem Bedarf anzuwendenden Schleimlöser (Mukolytika) einmal beiseite lässt, bleiben nur noch zwei Substanzgruppen: a)bronchienerweiternde und b)entzündungshemmende Präparate. Wir wollen Ihnen auf den nächsten Seiten einen Überblick verschaffen. Sie werden sehen: so schwer ist es gar nicht!


Theophyllin - "Kaffee für die Bronchien"?

Wir haben im Kapitel Chronische Bronchitis gesehen, was bei diesen Erkrankungen in unseren Atemwegen passiert. Zäher Schleim kann sich an den Bronchienwänden ablagern, der nicht oder nur schlecht abhustbar ist, die langjährige Entzündung führt zu Schleimhautnarben und damit auch zur Verengung der feinen Röhren, zusätzlich kommt immer wieder (ähnlich wie beim eigentlichen Asthma) eine Verengung (Obstruktion) der Atemwege durch Verkrampfung der Bronchialmuskulatur hinzu. Das ist der Grund, warum sich auch bei der COPD die bronchienerweiternden Medikamente, die als Asthmamittel bekannt sind, bewährt haben. Der Effekt ist allerdings meist nicht so ausgeprägt wie beim Asthmaanfall, wo oft innerhalb von Sekunden bis Minuten eine deutliche Erleichterung eintritt.

Bronchienerweiternde Mittel waren die ersten wirksamen Medikamente, die zur Behandlung von Atemnot entdeckt wurden. Das ist schon über 100 Jahre her! Man bemerkte damals, dass starker Kaffee (Coffein) Atemnot lindernd wirken kann, in der Folge entdeckte man, dass das aus dem schwarzen Tee stammende Theophyllin das noch besser kann und dabei gleichzeitig weniger Nebenwirkungen hat (schneller Puls, Zittern der Hände, Magenbechwerden und saures Aufstoßen, Schlaflosigkeit und Nervosität).

Dieses Theophyllin war über viele Jahrzehnte das Mittel schlechthin zur Behandlung des Asthmas und der chronischen Bronchitis. Es hat aber ein paar Nachteile, die dazu geführt haben, dass es heute an die 2. Stelle der bronchienerweiternden Substanzen gerückt ist:

Wenn die moderneren inhalierbaren Substanzen aber nicht ausreichen, um z.B. eine ungestörte Nachtruhe zu haben, man aber nicht gleich zum "Hammer" Cortison greifen möchte, ist das Theophyllin immer noch ein wichtiges Medikament. Ganz besonders aber hat es sich seinen Platz in der Notfallbehandlung bewahrt: beim Asthmaanfall oder der schweren COPD-Atemnot, die auf Sprayanwendung nicht mehr reagiert, ist die intravenöse Gabe von Theophyllin als Spritze oder Infusion immer noch allem anderen überlegen.

Noch etwas zur Namensgebung: Theophyllin ist der Name der Substanz, die Präparate heißen dagegen oft ganz anders, da sind der Fantasie des Herstellers keine Grenzen gesetzt: Aerobin®, Afonilum retard®, Bronchoretard®, Euphylong®, Uniphyllin® -um nur einige zu nennen (insgesamt findet man in der Roten Liste 18 verschiedene Handelsnamen). Manche sog. Generika nennen sich dann aber auch einfach nur Theophyllin ratiopharm® oder Theophyllin Stada®. Sie sind meist etwas kostengünstiger, deswegen aber nicht schlechter als die Präparate mit den "edlen" Namen.
Es ist - auch bei anderen für Sie wichtigen Medikamenten - durchaus nicht unwichtig, sich diese Substanznamen zu merken (es sind ja nicht allzu viele), denn die Handelsnamen (erkennnbar am Zeichen ®) sind oft sehr nebulös und sagen meist gar nichts über die zu erwartenden Wirkung aus.

Lassen Sie uns aber nun einen Blick auf die heute wichtigste Gruppe an bronchialerweiternden Medikamenten bei COPD werfen, die Anticholinergika.

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Letzte Aktualisierung 21.11.2010 … | … Autor der Seite © Dr. med. Michael Prittwitz