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Belastungsatemnot - und dann Sport??
 

Doch, das geht! Lesen Sie hier einige Tipps.


Letzte Aktualisierung dieser Seite: 21.01.2009

Sport bei chronischen Atemwegskrankheiten?

Alle mit mehr oder weniger körperlicher Anstrengung verbundenen Aktivitäten können natürlich zu Atemproblemen führen, wenn man bestimmte Dinge nicht berücksichtigt. So sollten Sie sich (speziell als Astmakranker) vor Belastungen unbedingt eine Aufwärmphase mit einer kurzen nachfolgenden Ruhepause einschalten. Nach anfänglichem leichten Atemnotgefühl werden viele Asthmapatienten ganz frei und sind dann sehr gut belastbar. Wenn das nicht ausreicht, können Sie auch vor dieser Aufwärmphase einen Hub Ihres Bedarfssprays inhalieren. Mit dieser Methode sind Asthmatiker schon Olympiasieger geworden!

Sportliche Betätigungen sollten am günstigsten bei warmer trockener oder feuchter Luft erfolgen. Sehr kalte Luft (vor allem feuchtkalte) führt dagegen häufig zur Atemnotauslösung und ist deshalb ungünstig. Letztlich sollte man aber die Bedingungen, unter denen man am lesitungsfähigsten ist und am wenigsten Beschwerden hat, individuell austesten.

Grundsätzlich geht man heute aber davon aus, dass Sport und körperliche Belastung für alle Atemwegskranken günstig ist. Durch Inaktivität, teilweise noch verstärkt durch Medikamentennebenwirkungen, kommt es zu ungünstigen Auswirkungen auf Muskulatur und Kreislauf. Anstrengungen werden dann noch belastender, man bewegt sich immer weniger, nimmt weiter an Kondition ab und an Gewicht zu - es entwickelt sich ein Teufelskreis, der sich letztlich äußerst ungünstig auswirkt.

Besonders bei Kindern mit Asthma oder Bronchitis, die man früher sehr geschont und meist vom Schulsport befreit hatte, konnte man hervorragende Erfahrungen mit körperlichem Training machen.

Spezielle Probleme bei COPD und Emphysem

Auch COPD-Kranke, wo die Situation vor allem bei fortgeschrittenem Krankheitsstadium etwas komplizierter ist, profitieren aber durchaus von körperlicher Betätigung. Bei diesen Menschen ist die Belastbarkeit meist mehr oder weniger eingeschränkt. Dies lässt sich auch durch Training nicht ganz beseitigen. Die Trainingsziele sollten deshalb realistisch angesetzt werden: Eine mittlere Belastungsstufe, die Sie mit einem Puls von maximal 130/Minute gerade noch gut bewältigen können, ist am günstigsten (lernen Sie unbedingt Ihre Pulsfrequenz zu messen! Ist kinderleicht und gerade bei solchen Tätigkeiten sehr wichtig!).

Das Training sollte möglichst regelmäßig erfolgen, etwa zweimal pro Woche über circa zwanzig Minuten. Wichtig ist es auch, dass man bei beginnenden Verschlechterungen zurückhaltend ist und nichts erzwingt. Falscher Ehrgeiz ist unter Umständen gefährlich.

Ansonsten gelten ähnliche Voraussetzungen wie beim Sport der Asthmatiker. Ganz besonders wichtig ist es beim Kranken mit schwerer Atemnot, dass solche Anstrengungen unter Aufsicht durchgeführt werden. Manch einer wird seine sportlichen Aktivitäten sinnvollerweise auch mit Sauerstoff durchführen.

Es gibt inzwischen vielerorts Atemtherapie- und Asthmasportgruppen, die meist ärztlich oder physiotherapeutisch begleitet und überwacht sind. Auch in einer Rehabehandlung werden heute die Schwerpunkte auf körperliches Training gelegt. Es ist erstaunlich, wie gute Ergebnisse man damit sogar bei Schwerkranken erzielt, die dadurch erstmals seit Jahren wieder kleinere Alltagsbelastungen aushalten können und damit oft erst wieder in die Lage versetzt werden, sich selbst zu versorgen und z.B. Pflegeheimaufenthalte zu verhindern oder hinauszuschieben.

Günstige Sportarten für Atemwegskranke

Als besonders vorteilhaft kann man Schwimmen, Joggen und Radfahren ansehen, wobei die Umgebungsbedingungen berücksichtigt werden sollten (z.B. saubere, einigermaßen warme Luft). Dazu kommt natürlich Wandern, das allerdings nicht direkt als Sportart anzusehen ist, dafür aber jedem, egal ob alt oder jung, ob gesund oder chronisch krank Freude, Erholung und Entspannung bescheren kann.
Darüberhinaus kann jede Sportart je nach persönlicher Vorliebe und Fähigkeiten betrieben werden, die oben erwähnten Einschränkungen sollen Sie aber berücksichtigen.

Letzte Aktualisierung 21.11.2010 … | … Autor der Seite © Dr. med. Michael Prittwitz