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Medizinisches Wörterbuch
 

Hier finden Sie Erkläreungen zu Fachwörtern, die Sie schon immmer wissen wollten ;-)


Letzte Aktualisierung dieser Seite: 23.01.2012

Buchstabe O - S

O
 
 
Obstruktion
nennt man eine Verengung der Atemwege, z.B. durch Verkrampfung der feinen Bronchialmuskeln (die normalerweise die Aufgabe haben, die Weite der Bronchialäste je nach Sauerstoffbedarf - Belastungen! - zu regulieren). Stellen Sie sich einen Gartenschlauch vor, den Sie in die Hand nehmen und dann fest zudrücken: das ist eine Obstruktion. Die Krankheiten, bei denen das passiert, nennt man dann "obstruktiv" (z.B. obstruktive Bronchitis). Die Obstruktion kann aber auch aus anderen Gründen eintreten: z.B. durch Druck von außen bei Überblähung der Lungen mit Druckzunahme (beim Emphysem häufig der Fall). Ein lokaler Druck von außen beispielsweise durch einen Tumor führt dagegen nur dann zu Atembeschwerden, wenn ein großer Atemwegsast abgeschnürt und verschlossen wird. Das ist einer der Gründe, warum man einen vor sich hinwachsenden Lungenkrebs meist erst bemerkt, wenn er schon sehr groß - und damit nicht mehr operabel ist.
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Ödem
Wasseransammlungen im Gewebe (häufig in den Beinen, manchmal aber auch an ganz anderen Stellen des Körpers) nannt man Ödeme. Sie können ganz verschiedene Ursachen haben, am häufigsten sind Venenprobleme, Herzleistungsschwäche (Herzinsuffizienz) und auch Behandlung mit Cortisontabletten.
Unterscheiden davon muss man Lymphödeme.
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Osmose
Konzentrationsausgleich zwischen zwei unterschiedlich konzentrierten Lösungen durch Diffusion.
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Osteoporose
Eine verstärkte Entkalkung der Knochen, häufig ausgelöst durch Hormonmangel (z.B. Wechseljahre, längerdauernde Cortisontherapie). Wichtige Vorbeugungsmöglichkeiten sind eine abwechslungsreiche Ernährung (mit viel Calcium) und viel Bewegung. Wenn eine Osteoporose eingetreten ist, muss sie fachärztlich behandelt und überwacht werden.
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P
 
 
Parameter
sind in der Medizin Werte. die mit technischen Untersuchungen gewonnen werden: Lungenfunktionsparameter, Laborparameter ...
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Parasympathikus-Nerv
Einer der beiden Anteile des vegetativen Nervensystems: Der Parasympathikus bremst Herz und Kreislauf, bringt die Muskulatur zur Entspannung und - und das ist medizinisch nicht erwünscht! - verengt die Atemwege. Er wird nach seinem Hauptnervenstrang auch Vagus-Nerv genannt.
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Perkussion
Der Arzt beklopft mit einem Finger einen Finger seiner anderen Hand, der auf den Körper des Patienten aufgelegt ist: Durch Unterschiede im Gewebsaufbau und Hohlräume (z.B. die luftgefüllte Lunge) verändert sich das Klopfgeräusch. Mit entsprechender Erfahrung kann man daraus wertvolle Schlüsse ziehen.
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Plasma
Wenn man aus dem (Spender-)Blut alle festen Bestandteile entfernt, nennt man die verbleibende eiweiss- und mineralsalzhaltige Flüssigkeit Plasma.
Dieses kann man für die verschiedensten Zwecke weiterverarbeiten, z.B. wird hieraus Alpha-1-Proteinaseninhibitor gewonnen und kommt als Prolastin® in den Handel.
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Pneu(mothorax)
Normalerweise wird die Lunge durch das Vakuum im hauchfeinen spalt zwischen Rippenfell und Lungenfell (also den zwei Pleurablättern) im entfalteten Zustand gehalten. Kommt nun Luft in diesen Zwischenraum, gleicht sich der Druck dem Außendruck an: Die Folge ist, dass die betreffende Lunge zusammenfällt: ein Pneumothorax, salopp "Pneu" genannt. Die Behandlung besteht in einer Saugdrainage, um den Unterdruck wieder herzustellen. Wenn dies für ein paar Tage gelingt, ist der Gewebsdefekt meist wieder verschlossen und man kann den Schlauch entfernen. Wenn das häfiger passiert, muss man allerdings meistens operieren.
Ursache hierfür sind häufig Bullae.
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Pneumologie, Pneumologe
Das medizininsche Fachgebiet der Lungen- und Bronchialheilkunde. Der Lungenarzt ist ein Pneumologe.
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Prolastin®
Handelsname des bisher einzigen Alpha-1-Proteinasen-Inhibitor-Konzentrates, das auf dem Markt erhältlich ist.
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Q
 
 
R
 
 
Rehabilitation
Medizinische Reha: Eine spezielle Behandlungsform (ambulant oder stationär),bei der die Verbesserung des Krankheitsmanagements und damit der Langzeitverlauf der chronischen Krankheit im Vordergrund steht (im Gegensatz zur Akutkrankenhausbehandlung)
Berufliche Reha: Verbesserung der beruflichen Situation eines chronisch Kranken durch Umschulungsmaßnahmen und Ähnliches, falls aus medizinischen Gründen die bisherige Tätigkeit nicht mehr ausgeführt werden kann.
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Respiratorische Partialinsuffizienz
Sauerstoffmangel im Blut ohne den gefährlichen Anstieg des Kohlendioxids der bis hin zur sog. CO 2-Narkose führen kann.
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Respiratorische Globalinsuffizienz
Sauerstoffmangel im Blut bei gleichzeitig zu hohem Kohlendioxidgehalt. Es handelt sich um ein besonders schweres Krankheitsstadium, das dringend fachärztlicher Kontrolle und Behandlung bedarf.
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Retard-Tabletten

Tabletten mit verzögert eintretender aber dafür langanhaltender Wirkung. Sie sind nicht für irgendwelche Notfallbehandlungen geeignet, dafür sinnvoll in der regelmäßigen Therapie einzusetzen.
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Rote Liste
heißt das wichtigste Nachschlagewerk des Arztes, wenn er ein Medikament oder Informationen dazu sucht. Es ist ein dickes rotes Buch, das jährlich aktualisiert wird, in der Internetfassung (für Ärzte und Apotheker) sogar kontinuierlich.
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Rückgewinnung von Sauerstoff aus Kohlendioxid
Im Pflanzenreich läuft der umgekehrte Vorgang ab: Kohlendioxid (CO 2) aufnehmen und Sauerstoff (O 2) abgeben: Unser Freund, der Baum kann dies z.B. hocheffizient. Man nennt den Vorgang Photosynthese, denn das ganze funktioniert nur unter Lichteinfluss.
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Residualvolumen
Wenn man alle Luft ausgeatmet hat, bleibt die Lunge immer noch entfaltet: Das Luftvolumen, das sich dann noch in den Lungenbläschen befindet, nennt man Residualvolumen (Restvolumen).
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Roflumilast
Eine in Entwicklung befindliche Substanz mit entzündungshemmenden Eigenschaften (ein sog. PDE-4-Inhibitor, d.h. er greift in die komplizierten Abläufe des Entzündungsprozesses ein).
Inzwischen (2011) ist diese Substanz als Medikament zugelassen (Daxas®)
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S
 
 
Säure-Basen-Haushalt
Unser Blut entält sowohl Säuren als auch Basen(oder Laugen) (wie z.B. Kohlensäure, Michsäure, Laugen aus basischen Nahrungsmitteln). Es ist wichtig, dass deren Verhältnis zueinander genau eingehalten wird. Man kann den Säure- oder Basengrad mit dem pH messen: optimal beträgt er im Blut 7,4. Bereits kleine Abweichungen nach oben (in Richtung basisch) oder unten (in Richtung sauer) können schnell lebensgefährlich werden. Der jeweils notwendige Ausgleich wird durch eine Zusammenarbeit von Lunge und Nieren bewerkstelligt.
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Seltenere Emphsemformen
Bullöses Emphysem:
Das Lungengewebe ist von mehr oder weniger großen Blasen durchsetzt.
Narbenemphysem:
Nach entzündlichen Prozessen entstehen durch Narbenzug Hohlräume.
Ü berdehnungsemphysem:
Bei starken Wirbelsäulenverkrümmungen kann es durch chronische Überdehnung zu Hohlraumbildung und Überblähung kommen.

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Soor
Unter Soor versteht man einen Befall mit Hefepilzen (meist Candida albicans). Kommt gelegentlich als Begleiterscheinung einer inhalativen Cortisonbehandlung in der Mundhöhle vor. Ist lästig aber meist ungefährlich, kann durch korrekte Anwendung und regelmäßiges gründliches Mundspülen nach der Inhalation meist vermieden werden. Sollte es doch zu weißem Schleimhautbelag und Brennen kommen, kann der Arzt mit einer Lösung oder Lutschtabletten das schnell wieder in Ordnung bringen.
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Stethoskop
Das "Hörrohr" der alten Ärzte ist heute ein elegant designtes Membran-Schlauchsystem, mit dem man sehr gut die verschiedensten Geräusche im Inneren unseres Körpers kontrollieren kann.
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Substitution
Behandlung mit Körperersatzstoffen, die krankheitsbedingt eine zu niedrige Konzentration aufweisen oder ganz fehlen: Blutsalze (z.B. Kalium, Kalzium, Magnesium), Hormone (z.B. Insulin, Cortison, Schilddrüsenhormon, Östrogen) oder verschiedene lebenswichtige Eiweißstoffe wie Blutgerinnungsfaktoren Prolastin®)
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Sympathikus-Nerv
Einer der beiden Anteile des vegetativen Nervensystems: Der Sympathikus aktiviert Herz und Kreislauf, bringt die Muskulatur in Aktionsstellung (führt zu Vibrationen: Muskelzittern durch Sympathikomimetika !) und - und das ist medizinisch sehr erwünscht! - erweitert die Atemwege.
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Sympathikomimetika oder Betasympathikomimetika
Medikamente, die durch Aktivieren des Sympathikusnervs wirken und dadurch die Bronchien erweitern.
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systemische (Cortico-)Steroidbehandlung
Das Gegenteil zur topischen, lokalen Cortisonbehandlung: Das Medikament wird in das "Körpersystem Mensch" eingebracht (durch Schlucken oder Spritzen), verteilt sich auf dem Blutweg im ganzen Körper und kommt so auch an den gewünschten Zielort.
Eine geschluckte Tablette ist zwar sicher im Körper, kann aber auch einige unerwünschte Begleiterscheinungen haben (z.B. von seiten des Magen-Darm-Traktes). Außerdem kommt nur ein Teil des Wirkstoffes an den Zielort, d.h. man braucht mehr Wirksubstanz als bei der topischen Behandlung und hat das Risiko stärkerer Nebenwirkungen. Besonders beim Cortison ist das ein bedeutsamer Faktor.
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Letzte Aktualisierung 23.01.2012 … | … Autor der Seite © Dr. med. Michael Prittwitz